Lohnt sich Kinkaku-ji in Kyoto? Unser ehrliches Fazit

Author: Johannes

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Kinkaku-ji in KyotoBerühmter Zen-Tempel mit dem goldenen Pavillon und dem Spiegelteich.
Katsuo-ji bei OsakaTempel bei Osaka, den wir persönlich deutlich beeindruckender fanden.
Lohnt sich Kinkaku-ji in Kyoto? Unser ehrliches Fazit!

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Der Kinkaku-ji in Kyoto gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Der goldene Pavillon direkt am Wasser sieht auf Fotos teilweise spektakulär aus. Aber lohnt es sich wirklich, dafür extra hierherzufahren? Wir haben uns den Tempel selbst angesehen – und würden sagen: Ja, aber mit ein paar Einschränkungen.

Was ist der Kinkaku-ji eigentlich?

Kinkaku-ji heißt offiziell Rokuon-ji. Die Geschichte der Anlage reicht bis ins Jahr 1397 zurück, als der Shogun Ashikaga Yoshimitsu hier seine Residenz errichten ließ. Nach seinem Tod wurde daraus ein Zen-Tempel.

Der Pavillon, den man heute sieht, ist allerdings nicht mehr das damalige Original. Das Gebäude wurde 1950 bei einem Brand zerstört und 1955 wieder aufgebaut. Die beiden oberen Stockwerke sind mit Blattgold verziert – und genau dieser goldene Pavillon ist natürlich der Hauptgrund, warum die meisten Besucher hierherkommen.

Der berühmte Blick auf den Goldenen Pavillon

Nach dem Eingang folgt man einem vorgegebenen Rundweg durch die Anlage. Schon ziemlich am Anfang erreicht man den bekanntesten Aussichtspunkt: Auf der anderen Seite des sogenannten Spiegelteichs steht der goldene Pavillon direkt am Wasser.

Die gesamte Kulisse ist sehr schön angelegt. Die Anlage wirkt extrem gepflegt, überall stehen Bäume, kleinere Skulpturen und historische Gebäude. Zusammen mit dem Wasser hat die Szenerie teilweise etwas Märchenhaftes.

Wie beeindruckend der Kinkaku-ji tatsächlich wirkt, hängt unserer Meinung nach allerdings ungewöhnlich stark vom Wetter ab. Bei unserem Besuch war der Himmel grau und es gab kaum Sonne. Dadurch hat uns der goldene Pavillon deutlich weniger umgehauen, als wir vorher erwartet hatten.

Bei Sonnenschein sieht das vermutlich ganz anders aus: Wenn das Gold richtig leuchtet und sich der Pavillon im Wasser spiegelt, kommt das berühmte Motiv wesentlich stärker zur Geltung. Wenn ihr bei eurer Kyoto-Planung flexibel seid, kann es sich deshalb lohnen, den Besuch auf einen Tag mit besserem Wetter zu legen.

Was uns beim Besuch gefehlt hat

Ein Punkt hat unseren Eindruck etwas getrübt: Wir konnten den Pavillon selbst nur mit einigem Abstand von der anderen Seite des Wassers betrachten. Näher heranzugehen oder das Gebäude von innen zu erleben, war bei unserem Besuch nicht möglich.

Bei anderen Tempeln in Japan hatten wir teilweise stärker das Gefühl, wirklich in die Atmosphäre und Geschichte eines Ortes eintauchen zu können. Beim Kinkaku-ji war es für uns eher: anschauen, fotografieren und anschließend auf dem Rundweg weitergehen.

Nach dem berühmten Aussichtspunkt führt der Weg noch durch die Gartenanlage. Unterwegs kommt man an kleineren Gebäuden, Statuen und schön angelegten Bereichen vorbei. Das ist alles nett anzusehen, der goldene Pavillon bleibt aber eindeutig der Mittelpunkt des Besuchs.

Wie viel Zeit sollte man für den Kinkaku-ji einplanen?

Für unseren Besuch haben wir nicht besonders viel Zeit benötigt. Nach ungefähr 30 Minuten waren wir bereits durch die Anlage gelaufen.

Genau das macht den Kinkaku-ji gleichzeitig relativ unkompliziert für die Reiseplanung. Ihr müsst dafür nicht mehrere Stunden reservieren und könnt den Tempel gut mit anderen Programmpunkten in Kyoto kombinieren.

Der Eintritt liegt aktuell bei 500 Yen für Erwachsene. Geöffnet ist der Tempel normalerweise von 9 bis 17 Uhr. Wir haben unser Ticket einfach vor Ort gekauft. Gerade in der Hauptsaison würden wir allerdings empfehlen, möglichst früh zu kommen, da es sonst zu Warteschlangen kommen kann.

Lohnt sich Kinkaku-ji in Kyoto?

Unser Fazit ist grundsätzlich: Ja, der Kinkaku-ji lohnt sich – besonders beim ersten Besuch in Kyoto und bei gutem Wetter. Der Eintritt ist günstig, der Rundgang dauert nicht lange und der goldene Pavillon ist ohne Frage ein besonderes Fotomotiv.

Wir würden dafür allerdings nicht den halben Tag umplanen. Wenn ihr sowieso in der Gegend seid, lässt sich der Tempel sehr gut in euren Tag integrieren. Habt ihr dagegen nur Zeit für wenige Tempel in Kyoto und sucht vor allem einen Ort, an dem ihr länger bleiben und stärker in die Atmosphäre eintauchen könnt, wäre der Kinkaku-ji für uns nicht automatisch die erste Wahl.

Denn obwohl er zu den berühmtesten Sehenswürdigkeiten Kyotos zählt, ist er uns nach unserer Japan-Reise ehrlich gesagt gar nicht so stark in Erinnerung geblieben. Den Katsuo-ji bei Osaka fanden wir persönlich zum Beispiel wesentlich beeindruckender.

Unsere Empfehlung: Wenn ihr zum ersten Mal in Kyoto seid, etwa eine halbe Stunde Zeit habt und idealerweise gutes Wetter erwischt, könnt ihr den Kinkaku-ji guten Gewissens einplanen. Bei einem sehr engen Kyoto-Programm würden wir den Besuch dagegen nicht um jeden Preis erzwingen.

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