Schladming Skigebiet Bewertung: Lohnt sich die 4-Berge-Skischaukel?

Author: Johannes

Für unsere Reise nach Schladming legten wir eine Strecke von knapp 600 Kilometern von Aschaffenburg aus zurück. Die Wahl fiel auf dieses Ziel, da das Skigebiet den Weltcup-Status genießt, was grundsätzlich ein Qualitätsmerkmal darstellt. Wir waren als vierköpfige Gruppe unterwegs. Ein Teil von uns kannte Schladming bereits durch positive Berichte über das Nachtskifahren. Für den Rest der Gruppe stand die zentrale Frage im Raum: Bietet die berühmte 4-Berge-Skischaukel auch für Freizeitskifahrer, die nicht zu den Weltcup-Athleten oder Après-Ski-affinen Besuchern gehören, ein lohnendes Erlebnis? Unser Aufenthalt umfasste drei volle Skitage. Die gesamte Region – Hauser Kaibling, Planai, Hochwurzen und Reiteralm – wurde dabei erkundet. Im Fokus stand die Beantwortung der Frage, ob der 3-Tage-Skipass mit einem Preis von 235 Euro seinen Wert über die gesamte Kette von der Logistik (Unterkunft) bis hin zum letzten Schwung tatsächlich rechtfertigt. Alle wichtigen Orte und nützlichen Links findest du in diesem PDF-Dokument.

Unterkunft und Organisation vor Ort

Als logistische Basis wählten wir das Aparthotel Ferienalm*. Die Kosten für vier Personen und vier Nächte beliefen sich inklusive Frühstück auf circa 1680 Euro. Das Preis-Leistungs-Verhältnis der Unterkunft war aus unserer Sicht ausgezeichnet. Das Apartment verfügte über eine offene Küche, zwei separate Schlafzimmer, zwei Badezimmer und einen Balkon mit einem ansprechenden Blick auf das Skigebiet und die Stadt Schladming. Das inkludierte Frühstück war von guter Qualität, und der Skikeller bot ausreichend Platz. Ein entscheidender Vorteil war die gute Erreichbarkeit des Skibusses innerhalb weniger Minuten, was einen entspannten Beginn jedes Skitages sicherstellte.

Schladming Skigebiet Bewertung: Lohnt es sich? ⛷

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Infrastruktur und Pisten-Check

Für den 3-Tage-Skipass investierten wir 235 Euro, erhielten dafür aber Zugang zu knapp 50 Liften, von denen ein Großteil sehr modern ist. Während unseres gesamten Aufenthalts konnten wir ausschließlich Gondeln und Sesselbahnen nutzen, da keine Schlepplifte erforderlich waren. Die Wartezeiten waren minimal, was auf ein effizient gemanagtes Skigebiet hindeutet. Die 130 Pistenkilometer verteilen die Besucher sehr gut, sodass stets ausreichend Platz zum Fahren vorhanden war. Die Strecken sind optimal gemischt: 69 km rote Pisten (mittelschwer), 46 km blaue Pisten (leicht) und 8 km schwarze Pisten (schwer). Alle Abfahrten waren hervorragend präpariert und boten auch am Nachmittag noch gute Bedingungen. Ein weiterer positiver Aspekt ist die Möglichkeit, das Auto kostenlos und nahezu direkt neben der Piste zu parken und sofort mit dem Skifahren zu beginnen.

Das Gelände und Besonderheiten

Der Hauser Kaibling bildet mit 2015 Metern den höchsten Punkt der Skischaukel und bietet von dort aus ein beeindruckendes 360-Grad-Panorama (Rundumblick) auf das Ennstal sowie das majestätische Dachstein-Massiv. Die Ausrichtung der Pisten meist nach Norden ist ein vorteilhafter Umstand, da dies den Schnee besser vor direkter Sonneneinstrahlung schützt. In Kombination mit der leistungsstarken maschinellen Beschneiung wird somit eine hohe Schneesicherheit bis ins späte Frühjahr gewährleistet. Als unterhaltsame Abwechslung diente die Fun Cross Strecke. Dies ist ein präpariertes Areal mit Elementen wie Bodenwellen, Ringen und Tunnels, das keine spezielle Ausrüstung oder professionelles Können erfordert. Diese Strecke lockert den Skialltag auf und unterstreicht, dass Schladming auch für Nicht-Profis viel Freude am Skifahren bietet.

Kulinarik: Der Hütten-Überblick

Unsere Bewertung der Verpflegungsmöglichkeiten auf den Bergen ergab erfreulicherweise, dass ein unpersönliches Kantinenflair die Seltenheit darstellte. Unsere Top-Empfehlungen für die Einkehr sind die Reiteralmhütte, die mit ihrem Biergarten direkt an der Piste überzeugt und den besten Kaiserschmarrn serviert. Des Weiteren ist die Hochwurzen Alm zu nennen, die wir auch beim Nachtskilauf besuchten. Hier empfehlen wir nachdrücklich das Gulasch, die Kaspressknödelsuppe oder das Schmalzbrot. Abschließend ist die Du & I Alm hervorzuheben, deren Germknödel besonders köstlich sind.

Kaiserschmarn

Das Highlight: Skifahren in der Nacht

Das Skifahren auf dem Hochwurzen nach Einbruch der Dunkelheit war für uns alle ein außergewöhnliches Erlebnis. Die Nutzung der beleuchteten Pisten ist gegen einen Aufpreis von 19:00 bis 21:30 Uhr möglich. Die Abfahrten, die man tagsüber nutzt, präsentieren sich in der Nacht in einer völlig anderen Atmosphäre. Da unsere Gruppe den sportlichen Aspekt des Skifahrens dem Après-Ski (geselliges Beisammensein nach dem Skifahren) vorzieht, war dies die ideale Verlängerung des Skitages. Wir halten das Nachtskifahren für ein absolutes Muss bei einem Besuch dieser Region.

Schladming Nachtskifahren

Essen im Tal und Après-Ski-Szene

Für ein authentisches kulinarisches Erlebnis im Tal empfehlen wir das Restaurant Stadtbräu in Schladming. Das Ambiente ist gemütlich und traditionell. Die Qualität der Speisen überzeugte uns derart, dass wir das Lokal gleich zweimal besuchten. Es ist dringend zu beachten, dass eine Reservierung unerlässlich ist. Unsere Empfehlungen umfassen die Knoblauchcremesuppe, die Kaspressknödelsuppe, den Zwiebelrostbraten mit Speckbohnen und Kroketten, das Wiener Schnitzel, die Schweinefilets sowie als süßen Abschluss den Eispalatschinken. Wer das Bedürfnis nach ausgelassenem Feiern hat, wird in Schladming ebenfalls fündig: Die Hohenhaus Tenne gilt als Europas größte Après-Ski-Diskothek. Auch abseits der Haupt-Partymeile herrscht in den verschiedenen Schirmbars bereits zur Mittagszeit eine lebhafte Stimmung.

Fazit und Empfehlung

Die Kosten für drei Tage Skifahren belaufen sich auf 235 Euro und sind damit nicht als günstig einzustufen. Dennoch war der Spaß- und Erholungswert sehr hoch. Das Skigebiet ist ausreichend dimensioniert, um eine gute Verteilung der Wintersportler zu gewährleisten. Die Liftanlagen sind auf dem neuesten Stand der Technik, und lange Wartezeiten sind hier selten. Das Nachtskifahren ist ein Zusatzangebot, das sich unserer Meinung nach definitiv lohnt. Obwohl wir Schladming nicht als das beste Skigebiet bezeichnen würden, das wir je besucht haben, bietet es ausreichend Abwechslung und verfügt über eine sehr gut entwickelte touristische Infrastruktur. Wir sprechen daher eine klare Weiterempfehlung für diese Region aus.

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